Stimmtherapie

Therapie von Stimmproblemen


Eine besonderer Schwerpunkt unserer Praxis ist die Behandlung von Stimmstörungen. Wenn Sie viel sprechen müssen, Sie öfter heiser werden, Ihre Stimme zu hoch und klangarm erscheint oder Sprechen zunehmend anstrengend für Sie wird oder
Atem- und Stimmprobleme nach einer Operation auftreten sollten, können Sie sich an uns wenden.

 

Unser logopädisches Praxisprofil im Bereich Stimmtherapie bei Erwachsenen und Kindern umfasst:

 

  • Funktionale Stimmtherapie/bzw. methodenübergreifendes, klientenzentriertes Vorgehen

  • Reizstromtherapie/Elektrotherapie (vocaSTIM®, bei Stimmlippenlähmungen, Schluckstörungen und funktionellen Stimmstörungen)

  • Therapie nach LSVT: Lee-Silverman-Voice-Treatment (z. B. bei M. Parkinson)

  • Beratung und psychologische Betreuung bei psychogenen Stimmstörungen

  • Stimmtherapie bei Kindern

 


Ablauf einer Stimmtherapie

 

Eine Stimmtherapie dauert in der Regel etwa 20 Sitzungen zu je 45 Minuten und erfolgt auf Verordnung von HNO-Ärzten oder Phoniatern. Die Kosten werden von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen. Das Ziel jeder Stimmtherapie ist die Verbesserung Ihrer stimmlichen Leistungsfähigkeit im Alltag.

 

Typische Therapieinhalte sind:

     

  • Individuelle Stimmanalyse und gemeinsame Festlegung von Therapiezielen

     

  • Anleitung zum gesunden Umgang mit der Stimme (Do´s and don´ts)

     

  • Stimme praktisch: Wie funktioniert das?

     

  • Atemtechnik, Entspannungs- und Lockerungsübungen

     

  • Erstellen individueller Übungsprogramme

     

  • Praktische Übungen zu Atmung, Haltung, Artikulation, Modulation und Lautstärke

     

  • Tipps und Tricks für Vielsprecher

     

  • Verständlich sprechen - wirkungsvoll sprechen

     

  • Beratung bei psychodynamischen Einflüssen auf die Stimmfunktion (Zusammenhang: Stimme-Stimmung-Persönlichkeit)

     

  • Anleitung zur individuellen Weiterarbeit nach der Therapie

     

  • Erfolgskontrolle durch Vorher-Nachher-Messungen

     

     

Diagnostik bei Stimmstörungen

 

Uns ist es sehr wichtig, die Veränderungen Ihrer Stimme nach einer Stimmtherapie zu dokumentieren. Hierzu setzen wir verschiedene Messmittel ein, wie Fragebögen zur Belastbarkeit Ihrer Stimme im Alltag und PC-gestützte Verfahren ein. Für die medizinische Überprüfung der Wirksamkeit der Therapie kooperieren wir mit HNO-Ärzten und Phoniatern vor Ort.

 

Unser Diagnostikstandard bei Stimmstörungen:

 

  • Stimmanalyse nach dem Protokoll der European Laryngological Society (ELS)

     

  • Fragebögen zur Selbsteinschätzung (Voice Handicap Index, Vocal Tract Discomfort Skala)

     

  • Stimmanalyse/Stimmfeldmesung (lingWAVES)

     

  • Auditive Analyse des Stimmklanges (RBH-System)

     

     

    Was ist eine Stimmstörung?

     

Als Stimmstörung (Dysphonie) wird die Einschränkung der Leistungsfähigkeit der Stimme bei der Stimmgebung bezeichnet. Die Stimmgebung kann bei Erkrankungen oder Funktionsstörungen des Kehlkopfes, des Rachen- und Mundraumes oder des Atmungsapparates beeinträchtigt sein. Stimmstörungen können vom Kindesalter (kindliche Dysphonien) bis ins hohe Alter (Presbyphonie) auftreten.

 

Symptome von Stimmstörungen

 

Stimmstörungen können mit einer abnormen Sprechstimmlage (zu hoch, zu tief), Lautheit (zu leise, zu laut) und Stimmqualität (Leitsymptom: Heiserkeit) einhergehen. Dementsprechend findet sich leichte Heiserkeit bis hin zur kompletten Stimmlosigkeit (Aphonie) mit unterschiedlichen Einschränkungsgraden der Effektivität der mündlichen Kommunikation. Hinzu können subjektive Missempfindungen der Betroffenen, wie Räusperzwang, Trockenheits- und Engegefühl, sowie eine rasche Stimmermüdung kommen.

 

Ursachen von Stimmstörungen

 

Stimmstörungen können funktionelle, organische o der psychogene Ursachen haben:

 

  • Die häufigste Form der Stimmstörungen sind die auf einem fehlerhaften Gebrauch der Stimmorgane beruhende sog. Funktionelle Stimmstörungen. Sie können als "Zuviel" (hyperfunktionelle Dysphonie) oder "Zuwenig" (hypofunktionelle Dysphonie) Spannung der an der Stimmgebung beteiligten Muskeln auftreten.

    Faktoren, die häufig zu einer gestörten Stimmstörung führen, sind:

     

      -Erlernte oder imitierte gewohnheitsmäßige stimmschädigende Angewohnheiten (Räuspern, harter Stimmeinsatz, gepresste Stimmgebung, zu Lautes Sprechen).

       

    -Starke stimmliche Anstrengung in Form von langer Sprechdauer und großer Sprechlautstärke - vor allem auch im Störschall. Von besonderer Bedeutung ist dabei ein beständiges Abweichen von individuellen mittleren Sprechstimmlage.

  •  
  • Organische Stimmstörungen beruhen auf organisch feststellbaren Veränderungen, diese können beispielsweise entzündliche Veränderungen des Kehlkopfes (z.B. akute Layngitiden), Kehlkopfanomalien, Kehlkopfpapillomatosen, Zysten, Polypen und Folge von Lähmungen oder Tumoren sein. Auch können Stimmstörungen im Rahmen chromosomaler Veränderungen oder auf dem Boden eines Refluxes entstehen, sowie hormonell oder traumatisch bedingt sein.

  • Bei der Entstehung einer psychogenen Stimmstörung können Persönlichkeitsauffälligkeiten, Stresssituationen und belastende Lebensereignisse eine wesentliche Rolle spielen. Sie tritt unabhängig von einer Stimmbelastung auf und wird am häufigsten bei Frauen diagnostiziert. Als Extremformen ist die psychogene Aphonie in Form eines völligen Stimmverlustes anzusehen bei gleichzeitig unauffälligem organischem Kehlkopfbefund.



Stimmstörungen bei Berufssprechern


Als Berufsdysphonie werden funktionelle Stimmstörungen bezeichnet, die im Zusammenhang mit der Ausübung sprechintensiver Berufe (z.B. bei Lehrern, Erziehern und Schauspielern) auftreten. Es besteht ein Missverhältnis zwischen der geforderten und der realisierbaren Stimmleistung . Typisch sind zunehmende Heiserkeit nach zwei- bis dreistündigem Sprechen, Räusperzwang und Trockenheitsgefühl sowie Schmerzen im Halsbereich. Neben der individuellen stimmlichen Konstitution und Technik sind vor allem externe Risikofaktoren für die Entstehung einer Stimmstörung verantwortlich. Hauptfaktor ist hier die erhöhte Sprechbelastung, aber auch Hintergrundlärm, schlechte räumliche Akustik (z. B. vor allem für Sportlehrer in Turnhallen), niedrige Luftfeuchtigkeit und -qualität, ungünstige Arbeitshaltung, Stress, unzureichende technische Ausstattung, falsche Behandlung von Frühsymptomen, fehlende Stimmbildung in der Ausbildung sowie fehlende stimmliche Eignungsuntersuchungen.

 

Stimmstörungen bei Kindern und Jugendlichen

 

Bei kindlichen Stimmstörungen sind Heiserkeit, Aphonie, gepresste Stimmgebung und Sprechanstrengung typische Symptome, die die betroffenen Kinder zeigen. Meist treten kindliche Stimmstörungen in Form von zu viel Spannung und Druck beim Sprechen und/oder Stimmlippenknötchen auf. Neben stimmmissbräuchlichem Verhalten (Schreien) spielen entwicklungsbedingte, psychische, familiäre und soziale Faktoren für die Entstehung und Aufrechterhaltung der Stimmstörung eine wichtige Rolle. Mutationsstörungen sind Störungen beim Ablauf des Stimmwechsels (tiefer werden der Stimme in der Pubertät) bei männlichen Jugendlichen, die funktionell oder hormonell bedingt sein können. Leitsymptom ist eine nicht mehr altersgemäße auffällig hohe Sprechstimmlage.

 

Häufigkeit von Stimmstörungen

 

Stimmstörungen treten bei ca. sechs Prozent der Bevölkerung auf, bei Berufssprechern wie Call- Center-Agenten, Lehrern und Erziehern dagegen zwei- bis dreimal häufiger.